Montag, 8. Februar 2010

gefunden





auf den hausboden gehen und ein wenig ordnung schaffen, das ist wie eine zeitreise. alte briefe vom vater kommen hervor, und werden nicht gelesen, aber das muss auch nicht sein. es reicht, dass sie noch da sind. verschnürt und verstaubt, eine rot-weiße sicherung um gedanken, die nur einmal gedacht werden.

Samstag, 6. Februar 2010

sie hatte gefragt

Dieser Aufruhr führte aber dazu, dass Karitas das Bett verließ und in die Küche ging. Das Verschwinden des Pferdes interessierte sie nicht, aber sie war empört über Pías skandalöses Benehmen, die sich davongemacht hatte, ohne sich von ihr zu verabschieden: »Wie konnte sie einfach so weglaufen, ohne sich zu verabschieden, und ich dachte immer, wir seinen Freundinnen. Sie hat mir noch nicht einmal ihre Adresse gegeben, nicht einmal ihren vollen Namen«, jammerte sie und schaute Helga vorwurfsvoll an.
»Warum hast du sie denn nie danach gefragt?«, gab Helga pikiert zurück, die inzwischen mehr als genug von diesen zügellosen und überspannten Schwestern hatte und sich danach sehnte, das Licht in ihrem Leben zu finden. Karitas sank auf die Küchenbank nieder. Das war in der Tat seltsam, warum fragte sie nie jemanden nach irgendwas, warum zogen alle an ihr vorbei, ohne dass sie sich erkundigte, wer sie waren und wohin sie unterwegs waren?
»Sie heißt mit vollem Namen Fillippía Gabríela Gamalíelsdóttir und wohnt auf dem Laugavegur«, sagte Ásta. Sie hatte gefragt.

Kristín Marja Baldursdóttir: Die Eismalerin

Freitag, 5. Februar 2010

island im sommer

da bin ich, zu hause. schon schlägt das herz ein bisschen ruhiger. es macht spaß, durch zugeeiste wiesen zu stapfen und dem hund zuzusehen, wie er überlegt, ob es normal ist, dass der boden nachgibt. die kleinen lämmer haben schon charakter, das kleine ist zurückhaltend und vorsichtig, aber das ältere ist forsch und immer vorne weg.



die hasen kriechen nur zum fressen aus ihrer ecke, vor der blendenden sonne scheinen sie angst zu haben. oder doch vor mir? oder dem hund, der es nicht lassen kann, sie anzulecken? ich weiß: sie sind noch im winterschlaf und glauben, sie träumen, wenn die sonnestrahlen sie an der nase zwicken.



der tag sollte mir arbeit gefüllt sein, aber die winterstille hat mir die ruhe abgerungen. so habe ich die letzten dreihundert seiten meines buches gelesen und manchmal weiß ich nicht, ob die autorin mich kannte. und island - das muss so schön sein im sommer!

Mittwoch, 3. Februar 2010

die tage scheinen kurz

die tage scheinen kurz, so anfang februar. ein monat, der von montag bis exakt sonntag reicht. ist das nicht toll? genau vier wochen, die ersten zwei tage sind vorbei und in einem stecken wir mittendrin. die sonne kitzelt und es liegt optimismus in der luft, solange sie scheint. ich verbringe meine tage mit besuchen beim zahnarzt, mit dem warten auf den tischler und dem erledigen von aufgaben, die ich schon ewig vor mir herschob. das ist erfüllend und ich frage mich immer wieder, warum ich das erhebende gefühl nicht aktivieren kann, das mich befällt, wenn so eine aufgabe getan ist, um dann auch weitere aufgaben vergangenheit werden zu lassen. das wird mir immer ein rätsel bleiben.

nachdem am wochenende ausgiebig gerodelt wurde (es war der größte spaß seit langem), freue ich mich auf einen kurzheimaturlaub. ich besuche: zwei neugeborene schäfchen, einen tollkühnen hund und la familia.

Montag, 1. Februar 2010

breakable



ingrid michaelson

Sonntag, 31. Januar 2010

sonnensonntag

nach einem bisher lustigen wochenende kommt heute das beste: rodeln gehen! ich freue mich schon den ganzen winter, hatte angst, dass es nicht mehr klappt und hoffe jetzt, dass noch genügend schnee liegt. wenn nicht, rolle ich einfach den berg herunter - wie früher, als kind.



heute abend werde ich dann auch die weihnachtsdeko verstauen und meine wohnung auf den frühling vorbereiten, zumindest farblich. dann gibt es anstelle von rot und orange meine persönlichen frühlingsfarben: rosé, hellgrün, türkis und weiß.

Donnerstag, 28. Januar 2010

blaubeerlinsen

heute habe ich die sonne erblickt. für ein paar minuten und gefühlte stunden, aber auf dem nachhauseweg schob sich mir schon der nächste schneesturm in den nacken. nichts zu jammern, wenigstens der winter ist hinten und vorne komplett.



wem es zu kalt ist, sollte viele lichter anmachen, die scheinen bis ins herz. oder heißen kakao trinken, das hilft immer. oder linsensuppe essen, die koche ich gerade. oma wäre stolz auf mich. die blaubeersuppe hat ihren dienst allerdings auch getan und tat doppelt gut, weil sie aus schweden kommt.

Mittwoch, 27. Januar 2010

icy days

seit einer woche bin ich tapfere bvg-nutzerin, alles inklusive: warten an der bushaltestelle, den bus um eine minute verpassen, stehen müssen und die schwere tasche schleppen, hustende opas nebenan. das schöne: zeit zum lesen und denken, zum aus dem fenster und den menschen in die augen schauen.
ich freue mich an den kleinen dingen, wo das leben gerade so frostig ist. eisblumen zum beispiel.







sind sie nicht wunderschön?

Zitat

Wir können vor lauter Angst nicht auf Zehenspitzen durchs Leben schleichen

Brandenburgische Wörter

(1) kaupeln (2) Plins (3) wa (4) lutschen (mit langem u) (5) nich (6) luntschen (7) tikschen (8) nüscht (9) zutschen

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